29.06.2015

Die Welt ist den Funkamateuren der Ham Radio in Friedrichshafen nicht genug

40. Ham Radio ist eröffnet – DARC-Messemotto: „Raumstationen, Satelliten, Reflexionen: Amateurfunkkontakte ins All“ – Maker World findet zum zweiten Mal in Friedrichshafen statt

Friedrichshafen
– Den Blick in weite Ferne richten Funkamateure auf der vierzigsten Amateurfunkmesse Ham Radio am Bodensee. Das Motto der Jubiläumsmesse lautet „Raumstationen, Satelliten, Reflexionen: Amateurfunkkontakte ins All“. Gleichzeitig blicken die Besucher und Organisatoren zurück auf vierzig Jahre Amateurfunk- Ausstellung. „Die Ham Radio hat einige Meilensteine der Kommunikation erlebt“, erläutert Petra Rathgeber, Projektleiterin der Messe, „wie die Einführung des Internet, des Mobilfunknetzes und des mobilen Internets. Und dennoch ist der Amateurfunk immer noch aktuell.“ 197 Aussteller präsentieren auf der Ham Radio ihre Produkte. Auf der teilweise parallel stattfindenden Maker World sind 60 Aussteller vertreten.

„Dass der Amateurfunk immer noch eine große Rolle spielt, zeigen Extremsituationen“, meint Petra Rathgeber, „wenn alle anderen Netze zusammenbrechen und der Strom ausfällt, können Funkamateure immer noch kommunizieren.“ Auf der Amateurfunkmesse am Bodensee trifft sich die Funkergemeinde einmal im Jahr, auch um sich auszutauschen und Kontakte zu pflegen. „Camping spielt deshalb eine wichtige Rolle, bei der Ham Radio werden 400 Stellplätze und fünfzig Zeltplätze direkt auf dem Gelände genutzt.“

Steffen Schöppe, Vorsitzender des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) e.V. erläutert das Motto der diesjährigen Veranstaltung: „Amateurfunk erstreckt sich nicht nur hier auf der Erde, sondern auch bis in den von uns unbekannten Weltraum. Bereits 1935 schickte ein amerikanischer Funker ein Signal zum Mond. Vor einigen Jahren dann hat eine Gruppe deutscher Funkamateure Signale zur Venus geschickt. Diese sind nach fünf Minuten zurückgekommen. Damit markiert diese Entfernung von fast 100 Millionen Kilometern die größte jemals durch Amateurfunk überwundene Distanz.“ Im Vordergrund der Messe stehen dieses Jahr passend zum Motto technische Experimente, Kontakte zu Raumstationen, Teleskope und Projekte mit Raumsonden.


Die Vereinigung Amateur Radio on the International Space Station (ARISS) ermöglicht es Schülern, mit Astronauten der ISS zu kommunizieren. „Am Tag des Kontaktes herrscht Adrenalin pur“, so Oliver Amend, Vizepräsident ARISS international, „wenn die ISS in Sichtweite der Bodenstation kommt, dann besteht je nach Flugbahn für etwa zehn Minuten ein Funkkontakt.“ Der 21-jährige Jakob Strickler kommunizierte im Rahmen eines Schulprojektes mit dem Astronauten Alexander Gerst: „Das ist kein alltägliches Erlebnis. Das Spannendste war, als erst kein Kontakt zustande kam. Als wir dann Alexander Gersts Stimme hörten, war das fantastisch.“

Zum zweiten Mal kommen Erfinder und Kreativkünstler zur Maker World, die am Samstag, 27. und Sonntag, 28. Juni in Friedrichshafen stattfindet. „Maker schaffen aus vorhandenen Dingen neue, ändern Verwendungszwecke, zaubern aus Weggeworfenem schöne Kunstwerke“, beschreibt Markus Stäuble, Franzis-Verlag, die Bewegung. „Die Tüftler präsentieren auch dieses Jahr wieder am Bodensee Einzigartiges, Erfindungen, Kleidung und Schmuck rund um das Thema Upcycling. Ein Highlight sind die Workshops, bei denen die Besucher selbst zu Makern werden können“, fasst Petra Rathgeber den Charme des Selbst-Mach-Events zusammen.

Die Ham Radio findet von Freitag, 26. Juni bis Sonntag, 28. Juni 2015 in Friedrichshafen statt. Die Maker World öffnet ihre Tore teilweise parallel von Samstag, 27. bis Sonntag, 28. Juni. Die Tageskarte kostet 9 Euro, im Vorverkauf 8 Euro. Die Drei-Tageskarte ist für 20 Euro, im Vorverkauf für 18 Euro erhältlich. Die Eintrittskarte berechtigt zum Besuch beider Veranstaltungen. Weitere Informationen gibt es unter www.hamradio-friedrichshafen.de.