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01.04.1994

Rettungsaktion per Funk

Im April konnte ich einen Notruf von Valery, RK6AG, aus Sotschi aufnehmen, der mir in gebrochenem Deutsch eine Geschichte erzählte, die kaum zu glauben war. Im Krankenhaus von Sotschi liege ein Deutscher, der von der russischen Mafia überfallen worden sei. Es handele sich um Hans aus einem Ort in der Nähe von Osnabrück. Er sei bei dem nächtlichen Überfall durch sieben Messerstiche in die Brust und vier in den Rücken schwer verletzt, Kleidung, Geld und Ausweise seinen ihm abgenommen worden. Die restlichen Umstände blieben mysteriös.
Der Zufall wollte es, dass Valery von der Geschichte erfuhr und er als Funkamateur mit Deutschkenntnissen Funkpartner in der Heimat des Opfers verständigen konnte. Selbstlos versorgte Valery das Opfer mit Bekleidung, zusätzlicher Verpflegung, und er besuchte Hans regelmäßig. Dabei erfuhr er auch die Telefonnummer von Hans' Firma und dass er sich drei Monate im Koma befunden hatte und nunmehr schon acht Monate im Krankenhaus lag. Über Funk versuchte ich, auf dem 20-m-Band einen regelmäßigen Kontakt mit Valery aufrecht zu halten.
Es gelang mir, die Arbeitskollegen von Hans zu informieren. Dort glaubte man an ein Wunder, denn weder in der Firma noch zu Hause nahm man an, dass Hans noch leben würde. Von diesem Zeitpunkt an gab es einen guten Kontakt zur Familie von Hans. Auch das Auswärtige Amt in Bonn konnte ich über die Ereignisse in Sotschi informieren, und nachdem auch die russische Botschaft in die Angelegenheit einbezogen worden war, konnte Hans in wenigen Tagen zurück nach Deutschland gebracht werden.

Frank Schillert, DL6HRA

Quelle: CQ DL 2/95


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