|
15.06.1996
Notruf Malaria!
Seit mehreren Jahren sammeln die Yls bei vielen
Gelegenheiten wie Messen und Ausstellungen Brillen oder Geld, um damit
Medikamente für Pater Alexander, CP8Al, in Bolivien zu kaufen. Der
Pater arbeitet dort am Centro Materno Infantil. Jetzt erreichte uns ein
kurzer Bericht aus Bolivien: Amateurfunk war die Rettung! Obwohl wir
wegen der schlechten Funkbedingungen auf das 40-m-Band ausweichen
mussten, konnten mit Hilfe von Roberto, CP6VP, in Santa Cruz Stan,
DF8WZ, und Deny, DL5FDA, in Deutschland unseren Notruf hören. Sie
leiteten diesen weiter, und so konnten wir endlich bei Action Medeor,
einem Medikamentenhilfswerk in Norddeutschland, für 5000 $
Malariamedikamente bestellen. Seit Anfang des Jahres wird Guayaramerin,
eine 30000 Einwohner zählende Urwaldstadt im Norden Boliviens,
zunehmend von Malaria heimgesucht. Derzeit erkranken etwa 800 Menschen
monatlich an dieser Krankheit, fastdoppelt so viele wie im Vorjahr. Die
Tendenz ist trotz Ende der Regenzeit weiterhin steigend. Im Laufe
der vergangenen Wochen mussten wir immer wieder bei benachbarten
Krankenhäusern Medikamente ausleihen, da der Nachschub von staatlicher
Seite längst nicht mehr sichergestellt war. Trotzdem wurde unser
Medikamentenbestand im Hospital täglich geringer und unsere Sorgen
entsprechend größer. So haben wir per Telefax versucht, in
Deutschland Medikamente zu ordern, was aber durch technische Probleme
nicht gelang. Unsere einzige Rettung erschien der Amateurfunk Am Tag
nach dem erfolgreichen Kontakt bestätigte uns DL5FDA per Funk, dass die
Medikamente per Luftpost unterwegs seien. Unsere Freude im Hospital war
Riesen groß. Amateurfunk ist in Notfällen ein zuverlässiges Medium zur
Hilfeleistung über Kontinente. Ein herzliches Dankeschön an alle deutschen Funkamateure, die unseren Notruf aufgefangen und für schnelle Hilfe gesorgt haben.
Pedro, CP8XA
Quelle: CQ DL 6/96
|