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11.09.2001
Terroranschlag auf das World Trade Center
"Das hatte niemand für möglich gehalten, dass in einem Land wie den USA alle Telefonleitungen nach draußen zusammenbrechen, auch die Verbindungen über das Internet." Helmut Heinz, DK6WL, spricht vom Schock, den die Ereignisse des 11. September auslösten. Er arbeitet in München bei ICM Mobile Radio, entwickelt dort Basisstationen und ist ein routinierter Funkamateur. Als an diesem furchtbaren Tag der Krisenstab des Unternehmens ihn zu Hause ausfindig machte, war es kurz nach 22 Uhr. Die gesamte Kommunikation nach Nordamerika war abgebrochen. Kein Kontakt zur Siemens-Zentrale in Iselin. Keiner wusste, wie es den Kollegen und Freunden in Manhattan ging. Wie konnte man sich ein Bild von der Situation verschaffen? Wie sollte man auf den Ansturm von Fragen besorgter Angehöriger reagieren? Schon gegen 22.45 Uhr gelang es Helmut, auf Kurzwelle eine Verbindung nach New Jersey aufzubauen. Ein Notkontakt war hergestellt, und die ersten Nachrichten trafen ein. Helmut befand sich unversehens mitten im "Health and Welfare Traffic". Auch amerikanische Freunde wollten ihren Familien in Deutschland mitteilen, dass sie überlebt hatten. "Ich habe dann einen Funkamateur in Baltimore aufgetan, der ein Lebenszeichen von Amerikanern nach Frankfurt weiterleiten sollte. Ein schönes Gefühl, als ich dann die betreffende Familie anrufen und mitteilen konnte: ,Alles o.k. - den Freunden geht es gut!'" Sicherheitshalber wurde dann ein Point of Contact im US Emergency Radio Net für unsere amerikanischen Kollegen eingerichtet. Mit Hilfe von Alex, W2OX, wurde zudem der Frankford Radio Club eingeschaltet, Funkamateure an der Ostküste, die täglich über KW in DL zu hören sind und helfen wollen, wo sie nur können. Über das europäische DX-Cluster können jederzeit die Notfunker von Siemens alarmiert werden Roland Mensch, DK3Gl, ein Erlanger Funkfreund von OM Helmut und beruflich bei einem UMTS-Projekt in München eingesetzt, hat einen wichtigen Hinweis zu Notsituationen. "Angesichts der Tatsache, dass die modernen Kommunikationsmittel bei diesem Terroranschlag an ihre Grenzen kamen und zusammenbrachen, zeigte sich die unschätzbare und wertvolle Zuverlässigkeit des Amateurfunks. Bei Siemens arbeiten viele Funkamateure. Wir sind auch in Zukunft auf Krisenfälle vorbereitet und jederzeit zur Hilfe in der Not bereit. "
Wollgang Müller
Quelle: CQ DL 12/01
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