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16.12.2007
Skywarn USA nutzt Echolink und IRLP
Notfunk-Akivitäten via Internet? Auf den ersten Blick erscheint es ja
paradox, denn haben wir Funkamateure nicht den Anspruch, Kommunikation
auch bei völligem Ausfall der Infrastruktur zu bieten - When all else fails - amateur radio!, wie der Slogan der ARRL heißt?
Skywarn USA, eine Gruppe von Wetter-Begeisterten, viele von ihnen Funkamateure, die die nationale Wetterbehörde NOAAground reports
bei Stürmen und anderen Naturkatastrophen unterstützt, geht ein anderen
Weg. Sie verwendet jetzt verstärkt Amateurfunk-VoIP-Netze wie Echolink und IRLP ein, um über größere Strecken zu kommunizieren, zum Beispiel mit dem zuständigen Büro von NOAA.
Nun kann man diese Verbindungen in direkter Konkurrenz zu
Kurzwellen-Netzen sehen, der ursprünglichen Domäne des Amateur-Notfunks
- und keinesfalls sollten die Kurzwellen-Netze durch diese
Internet-basierten Dienste ganz ersetzt werden. Dennoch hat VoIP in
vielen Situationen auch deutliche Vorteile:
1. Zunächst einmal sind viele Notfälle, auch Naturkatastrophen, lokal
begrenzt. Am unmittelbaren Einsatzort mag die
Kommunikationsinfrastruktur zerstört sein, aber mit vertretbarem
Aufwand sind wir als Funkamateure in der Lage, auch einen etwas
entfernteren Echolink-Knoten zuverlässig zu erreichen.
2. Die Nutzung des Internets als Transportmedium macht uns von
schwankenden Ausbreitungsbedingungen unabhängig. Da uns in Deutschland
der Zugang zu 5 MHz Frequenzen fehlt, sind zuverlässige regionale
Verbindungen nur mit 80m- und 40m-Verbindungen nicht immer zuverlässig
sicher zu stellen.
3. Auf der "entfernten" Seite der Kommunikationsstrecke außerhalb des
Schadensgebietes reduziert sich der Aufwand ganz wesentlich - eine
Internetverbindung oder auch ein einfaches FM-Handfunkgerät mit
Verbindung zum nächstgelegenen Knoten. Ohne großen Antennenbau können
wir Verbindungen direkt in die Büros der kooperierenden Institutionen
herstellen.
Zu beachten ist allerdings, dass ein direkter Zugang zu Echolink per
Internet Anpassungen in der Firewall am Standort der
Organisation/Behörde verlangt, die rechtzeitig vorzubereiten sind.
Alternativ kann auch ein Echolink-Proxy
eingesetzt werden, um die Firewall zu tunneln - ich bin mir aber nicht
sicher, ob das die Netzwerk-Administratoren in jedem Fall witzig finden
...
Ich meine, die verstärkte Nutzung von Echolink-Knoten sollte auch in
Deutschland diskutiert werden und könnte ein wertvolles Werkzeug in
unserem Kommunikationsarsenal darstellen.
Mehr zu Skywarn und Echolink/IRLP gibt's unter www.voipwx.net.
73, Hermann, DF2DR
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