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08.12.2007
Wie eine Klimaschutzaktion die allgemeine Stromversorgung bedrohen kann
Wie in den Nachrichten berichtet soll am Samstag, den 8.12.07 ein sichtbares
Zeichen zum Weltklimaschutz gesetzt werden – indem man nichts sieht.
Zwischen 20 Uhr und 20:05 Uhr Ortszeit soll das Licht erlöschen. Nicht
nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und in der Schweiz. So
gut gemeint die von Greenpeace, BUND und dem World Wildlife Fund
initiierte Aktion auch ist – Experten befürchten allerdings
Stromausfälle, die sogar weite Teile Europas lahm legen könnten.
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Der Weniger-ist-mehr-Effekt
Eigentlich, so denkt der Normalverbraucher, müsste, wenn das Licht
ausgeschaltet wird, mehr Strom zur Verfügung stehen, da weniger
verbraucht wird. Und trotzdem soll es zu Stromausfällen kommen. Ist das
nicht ein Widerspruch in sich? Mitnichten, insofern man Folgendes
bedenkt: Wenn das Licht abgeschaltet wird, stehen in Kraftwerken
Stromkapazitäten ungenutzt zur Verfügung. Ein Kraftwerk kann man nicht
ohne weiteres, vielmehr nicht sofort herunterfahren. Die Energie muss
allerdings irgendwohin geleitet werden. Zwar gibt es eine gewisse
Anzahl von so genannten Pumpspeicherkraftwerken, die die Zusatzenergie
dabei verbrauchen, Flußwasser in hochgelegene Talsperren pumpen. Dieses
Arsenal zur Regulierung ist aber begrenzt, und bleibt nach wie vor eine
Überlast bestehen, führt dies zu einer negativen Rückkopplung,
woraufhin automatische Sicherungssysteme die Übertragungsleitungen
abschalten. Die Folge: es wird großflächig ungewollt dunkel.
Der Leiter des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft
an der RWTH Aachen, Hans-Jürgen Haubrich, der unter Energietechnikern
als eine Art „Netz-Papst“ gilt, hat ausgerechnet, wie viele Haushalte
sich maximal beteiligen dürften, bevor das Stromnetz überlastet werden
würde. Es gibt 3000 Megawatt „Regelenergie“, von Klein- und
Wasserkraftwerken bereitgestellte Energie, die dafür sorgt, dass
Verbrauchsschwankungen störungsfrei ausgeglichen werden.
Wenn man pro Haushalt nun lediglich drei 100-Watt-Glühbirnen
veranschlagt, reichen schon 10 Millionen Haushalte aus, um das
Gleichgewicht von Energiebereitstellung und Verbrauch zum Kippen zu
bringen. Aufgrund der gewaltigen Vorab-Resonanz sind das keine
unrealistischen Zahlen.
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vollständiger Artikel auf Hochschulradio Aachen
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